Rückblick: Besuch von Familie Pusch aus Kamerun am 30. Juli 2006

Passend zur heißen Jahreszeit wehte afrikanischer Wind durch unseren Gottesdienst:
Familie Pusch aus Maroua in Kamerun besuchte uns! Eine lebensfrohe Truppe scheint sie zu sein, die gerne in Kamerun zuhause ist, aber auch offen für alte und neue Kontakte und Erlebnisse in Deutschland. Vor 3 Jahren waren sie bereits bei uns zu Besuch. Seitdem haben wir immer wieder voneinander gehört - email macht's möglich. Auch wenn es nur kurz war, so hat der Besuch doch unsere Beziehung erneuert und Lust gemacht, Augen, Ohren und Herz zukünftig für Kamerun offen zu halten!
Wer die fünf persönlich näher kennenlernen will, kann ihre private Homepage besuchen - es lohnt sich!.

Über ihre Arbeit in Maroua im Namen der EBM (Europäisch Baptistische Mission) war vor und nach dem Gottesdienst so manches über digitale Bilder, am informativen Ausstellungstisch und im Gespräch zu erfahren. Im Gottesdienst stellen sich Martin, Christel, Mareike, Bernice und Timon jeder persönlich mit einem oder mehreren Gegenständen aus Kamerun vor, die in ihrem Leben von Bedeutung sind:

Christel stellt sich vor in ihrem wunderschönen Kleid. Sie hat es nähen lassen, um damit Anteil an der Festtagsfreude ihrer muslimischen Freundinnen zum Ende der Fastenzeit zu nehmen. In ihrem Alltag ist es ihr wichtig, Zeit zu haben für die Menschen, die ihr begegnen. Das sind vorallem Frauen, Kinder und Jugendliche. Auch in der Gemeinde widmet sie sich der Arbeit mit diesen Menschen.
Timon trägt das Outfit der Kameruner Fußballnationalmannschaft:
Grünes Trikot - wie der grüne Süden des Landes am Atlantik,
rote Hose - wie die rote Erde des Regenwaldes im mittleren Landesteil,
gelbe Strümpfe - wie der gelbe Sand im Norden, in dem auch Maroua liegt.
Industriell gefertigtes Kinderspielzeug, wie bei uns in Deutschland zu Hauf in jedem Kinderzimmer zu finden, kennen die Kameruner Kinder nicht. Da ist Phantasie gefragt beim Selberbasteln. Timon zeigt eine aus 2 alten Konservendosen hergestellte Rolle, die lustige Geräusche von sich gibt.
Auch Bernice zeigt Beispiele für die Recycling-Kreativität in Kamerun: Aus einem Zuckersack, der bei uns sicher auf dem Müll landen würde, kann man Taschen nähen. Viele Schüler gehen damit zur Schule. Aber auch Putzlappen oder Staubwedel lassen sich anfertigen.
Und noch kein Ende des Erfindungsreichtums: Mareike demonstriert das ungeheuer wichtige Gefäß 'Tass', das aus einer Konservenbüchse entstanden ist. Auf dem Markt gibt es keine Waagen. So wird alles in dieser Maßeinheit Tass abgemessen. Die jeweilige Laune des Verkäufers drückt sich darin aus, ob die Ware gestrichen oder gut gehäuft bemessen wird. Dann wandert sie in eine der Plastiktüten, die Martin vorstellen wird. Manchmal bringt die Frage nach einem cadeau (=Geschenk) noch etwas zusätzlich.
Martin hat eine der dünnen Plastiktüten mitgebracht, in denen nicht nur in Kamerun, sondern auch sonst in Afrika, vieles eingepackt wird. Lange halten sie nicht. Und so flattern sie überall durch die Landschaft. Sieht nicht schön aus. Und manche Ziege stirbt daran, dass sie Gras samt Tüte verspeist.
Jetzt ist im Technischen Zentrum in Maroua damit begonnen worden, diese Tüten zu sammeln und einzuschmelzen. Unter Zugabe von Sand werden daraus Pflastersteine geformt. Martin zeigt kleine Prototypen. Nun muss überlegt werden, wie die Massenfertigung der Steine realisiert werden kann.